È stato pubblicato un aggiornamento delle attività delle Commissioni del Parlamento Europeo relativo ai settori strategici di intervento dell’Unione.
Tra gli ambiti oggetto di attenzione figurano:
cooperazione internazionale e sviluppo
relazioni esterne
aiuti umanitari e protezione civile
migrazione e asilo
politiche di vicinato europeo
La presenza congiunta di tali materie all’interno dell’agenda delle Commissioni conferma la centralità della questione migratoria nel quadro delle politiche europee, non più trattata come fenomeno isolato ma come elemento integrato nelle dinamiche di cooperazione internazionale, sicurezza e stabilità.
Il tema della gestione dei flussi migratori continua dunque a rappresentare uno dei principali assi di sviluppo normativo e politico dell’Unione Europea, con implicazioni dirette sugli ordinamenti nazionali.
Nel dibattito europeo sull’immigrazione si tende a concentrare l’attenzione su strumenti visibili e immediati: controlli alle frontiere, rimpatri, accordi con Paesi terzi. Tuttavia, una parte rilevante della strategia dell’Unione si sviluppa su un piano meno evidente, ma decisivo: quello economico-industriale. Gli emendamenti di compromesso adottati in sede di Commissione per lo sviluppo (DEVE) sulla proposta…
In recent months, a clear policy direction has taken shape across parts of Europe: the externalisation of migration management through the creation of return hubs in third countries. A coalition including Germany, the Netherlands, Austria, Denmark and Greece is actively pursuing this strategy, exploring agreements with countries such as Rwanda, Uganda and Tunisia. Italy’s arrangement…
In the wake of the latest European Parliament elections, immigration has returned to the centre of political debate across the continent. Yet what is emerging is not merely a clash of policy preferences, but a deeper structural divide between two competing models: remigration and what can be defined as Reimmigration. For a UK audience, this…
In vielen europäischen Ländern wird die Diskussion über Migration vor allem durch aktuelle Ereignisse geprägt: Grenzübertritte, Asylverfahren oder politische Konflikte über Aufnahmequoten. Diese Themen stehen häufig im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte. Gleichzeitig bleibt eine strukturelle Frage oft im Hintergrund: die demografische Entwicklung Europas und ihre Auswirkungen auf die langfristige Stabilität der sozialen Sicherungssysteme.
Italien ist ein besonders deutliches Beispiel für diese Entwicklung.
Nach den demografischen Projektionen von Eurostat wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in vielen europäischen Staaten in den kommenden Jahrzehnten deutlich zurückgehen. Italien gehört zu den Ländern, die besonders stark betroffen sind. Schätzungen aus dem Jahr 2025 gehen davon aus, dass die Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 64 Jahren bis 2035 um etwa sieben Prozent schrumpfen könnte.
Nationale Prognosen des Istituto Nazionale di Statistica gehen sogar von einem Rückgang von mehr als acht Prozent aus.
In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass Italien innerhalb eines Jahrzehnts etwa 1,2 Millionen Erwerbstätige verlieren könnte.
Für Länder wie Deutschland oder Österreich ist dieses Problem leicht nachvollziehbar, da auch dort der demografische Wandel zunehmend sichtbar wird. In alternden Gesellschaften hängt die Stabilität des Sozialstaates entscheidend davon ab, wie viele Menschen arbeiten und Beiträge in das System einzahlen.
Der europäische Sozialstaat funktioniert im Kern nach dem Prinzip der Generationensolidarität: Die arbeitende Bevölkerung finanziert durch Steuern und Sozialabgaben Renten, Gesundheitsversorgung und soziale Leistungen. Wenn die Zahl der Erwerbstätigen sinkt, während die Zahl der Rentner steigt, entsteht ein strukturelles Finanzierungsproblem.
Vor diesem Hintergrund wird Migration häufig als eine mögliche Lösung für den demografischen Rückgang dargestellt. In der Theorie kann Zuwanderung tatsächlich dazu beitragen, den Arbeitsmarkt zu stabilisieren. In der Praxis hängt der Erfolg jedoch von einem entscheidenden Faktor ab: der wirtschaftlichen und sozialen Integration der Zugewanderten.
Migration kann nur dann einen positiven Beitrag leisten, wenn die Menschen, die in ein Land kommen, auch tatsächlich Zugang zum Arbeitsmarkt finden und dauerhaft an der wirtschaftlichen Produktion teilnehmen.
Wenn diese Integration nicht gelingt, kann der gegenteilige Effekt entstehen: steigende Kosten für Sozialleistungen, Gesundheitsversorgung und Sicherheitsmaßnahmen.
Analysen der Banca d’Italia zeigen, dass eine dauerhaft geringe Arbeitsmarktintegration erhebliche fiskalische Folgen haben kann. In Szenarien, in denen größere Gruppen nur schwach oder gar nicht in den Arbeitsmarkt integriert sind, können die zusätzlichen Belastungen für den Staatshaushalt erheblich steigen.
Unter solchen Bedingungen könnte Italien bis zum Jahr 2035 mit zusätzlichen Kosten von rund 25 bis 30 Milliarden Euro jährlich konfrontiert werden.
Ein Teil dieser Kosten würde aus steigenden Sozial- und Gesundheitsausgaben entstehen, während ein anderer Teil mit städtischen Integrationsprogrammen und Sicherheitsmaßnahmen in sozial benachteiligten Stadtgebieten verbunden wäre.
Diese Entwicklung ist kein ausschließlich italienisches Phänomen. In mehreren europäischen Ländern wurden ähnliche Dynamiken bereits beobachtet. Schweden etwa hat erhebliche öffentliche Mittel für Programme in sogenannten „vulnerablen Gebieten“ bereitgestellt, in denen Integrationsprobleme besonders ausgeprägt sind.
Das zentrale Problem liegt daher nicht in der Migration selbst.
Die entscheidende Frage ist, ob es einen klaren rechtlichen Zusammenhang zwischen Aufenthaltsrecht und tatsächlicher Integration gibt.
Viele europäische Migrationssysteme sind lange Zeit von einer stillschweigenden Annahme ausgegangen: Wer einmal im Land ist, bleibt in der Regel dauerhaft. Integration wurde als politisches Ziel formuliert, jedoch selten als rechtliche Voraussetzung für einen langfristigen Aufenthalt definiert.
Diese Annahme wird heute zunehmend infrage gestellt.
In Italien existiert bereits ein rechtlicher Ansatz, der eine andere Perspektive eröffnet. Das System des sogenannten ergänzenden Schutzes im italienischen Einwanderungsrecht verlangt eine konkrete Bewertung der sozialen und wirtschaftlichen Integration einer Person.
Dieser Ansatz führt zu einem wichtigen Grundsatz: Integration wird nicht automatisch angenommen – sie muss nachgewiesen werden.
Aus dieser Beobachtung ergibt sich das Paradigma, das ich als „Integration oder ReImmigration“ bezeichne.
Dieses Konzept basiert auf einem einfachen Prinzip gegenseitiger Verantwortung zwischen Staat und Zuwanderern. Der Staat bietet Integrationsmöglichkeiten – Zugang zum Arbeitsmarkt, Sprachkurse und gesellschaftliche Teilhabe. Im Gegenzug wird erwartet, dass die betroffene Person einen realen Integrationsprozess durchläuft.
Wenn dieser Prozess innerhalb eines angemessenen Zeitraums nicht stattfindet, sollte das Rechtssystem auch Mechanismen vorsehen, die eine Rückkehr in das Herkunftsland ermöglichen.
Ein mögliches Instrument wäre ein verstärkter Integrationsvertrag, dessen Ergebnisse nach etwa zwei Jahren überprüft werden. Wenn in diesem Zeitraum keine klaren Fortschritte sichtbar sind – etwa stabile Beschäftigung, Sprachkenntnisse und gesellschaftliche Integration –, könnte der Aufenthaltsstatus erlöschen.
Ein solcher Mechanismus sollte nicht als Strafe verstanden werden, sondern als Instrument der Migrationssteuerung im Interesse der langfristigen Stabilität des Sozialstaates.
Die Alternative wäre, Migration weiterhin ohne klar definierte Integrationskriterien zu gestalten. In diesem Fall könnten die Risiken nicht nur finanzieller Natur sein, sondern auch soziale Spannungen, urbane Segregation und ein wachsendes Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen umfassen.
Die zentrale Frage für Italien – und zunehmend auch für andere europäische Länder – lautet daher nicht, ob Migration stattfinden soll.
Die entscheidende Frage ist vielmehr: führt Migration tatsächlich zu Integration oder nicht?
Ein Land, das schnell altert und innerhalb eines Jahrzehnts mehr als eine Million Erwerbstätige verlieren könnte, kann sich ein Migrationsmodell ohne echte wirtschaftliche und soziale Integration kaum leisten.
Vor diesem Hintergrund ist das Paradigma Integration oder ReImmigration nicht als ideologischer Ansatz zu verstehen, sondern als pragmatische Überlegung im Umgang mit einer der größten demografischen Herausforderungen Europas.
Avv. Fabio Loscerbo Rechtsanwalt – Eingetragener Lobbyist im Transparenzregister der Europäischen Union ID 280782895721-36
Le débat français sur l’immigration, notamment dans la période post-2026, a atteint un niveau de radicalisation qui dépasse désormais les oppositions politiques traditionnelles. La diffusion massive, en particulier sur X, des thèses liées au « Grand Remplacement », portées par Renaud Camus et reprises dans le débat public, y compris par le Rassemblement National, n’est pas un phénomène isolé. Elle constitue le symptôme d’une crise plus profonde : l’échec du modèle multiculturaliste français.
Cet échec n’est plus une opinion, mais un fait observable. Les tensions sociales, les difficultés d’intégration dans certains territoires, les problématiques di sicurezza e di ordine pubblico, ainsi que la décision de réintroduire les contrôles aux frontières jusqu’en octobre 2026 – notamment en raison des risques liés au jihadisme et à la violence migratoire dans des zones comme Calais et Dunkerque – montrent que la question migratoire est désormais une question d’État.
Dans ce contexte, la notion de « remigration » s’est imposée dans le débat comme une réponse radicale. Toutefois, entendue dans un sens identitaire ou ethnique, elle se heurte immédiatement aux limites du droit. Une politique fondée sur des critères collectifs et non individualisés est difficilement conciliable avec les principes fondamentaux de l’État de droit, en particulier avec le respect de la vie privée et familiale garanti par l’article 8 de la Convention européenne des droits de l’homme, ainsi qu’avec les principes de non-discrimination et de proportionnalité.
La question n’est donc pas de nier le problème, mais de le traiter dans un cadre juridique cohérent. Et c’est précisément à ce niveau qu’intervient le contrat d’intégration.
Le contrat d’intégration, tel qu’il est structuré dans l’ordre juridique italien par le D.P.R. 179/2011, repose sur un principe clair : le séjour de l’étranger n’est pas un droit inconditionnel, mais une situation juridique dynamique, subordonnée au respect d’obligations d’intégration. Ces obligations ne sont pas abstraites, mais concrètes et vérifiables : insertion professionnelle, connaissance de la langue, respect des règles, participation à la vie sociale.
Ce modèle permet de dépasser l’alternative stérile entre multiculturalisme et remigration. Le multiculturalisme a échoué parce qu’il a renoncé à exiger l’intégration. La remigration, dans sa version identitaire, est juridiquement fragile parce qu’elle ne repose pas sur une évaluation individuelle.
Le contrat d’intégration ouvre une troisième voie, juridiquement solide et politiquement efficace. Il introduit un critère objectif pour la permanence sur le territoire : celui du comportement individuel. Celui qui s’intègre reste. Celui qui ne s’intègre pas sort du système. Dans cette logique, la « ReImmigrazione » n’est pas une idéologie, mais une conséquence juridique du non-respect des obligations d’intégration.
Appliqué à la France, un tel modèle permettrait de replacer le débat migratoire dans le cadre de l’État de droit, en évitant à la fois l’inaction et les solutions juridiquement contestables. Les instruments existent déjà en partie dans le droit français, mais ils ne sont pas structurés autour d’une logique contraignante et systémique.
La véritable leçon de la situation française est donc la suivante : l’absence de règles produit le désordre, et l’excès de radicalité produit l’illégalité. Seul un modèle fondé sur l’intégration comme obligation juridique et sur la ReImmigrazione comme conséquence peut rétablir un équilibre durable entre droits et sécurité.
La véritable alternative à la remigration n’est pas le retour au multiculturalisme, mais la construction d’un système juridique dans lequel l’intégration devient mesurable, vérifiable et obligatoire.
En los últimos años el término remigración ha entrado con fuerza en el debate político europeo. El concepto se ha difundido especialmente en el ámbito germánico y ha sido popularizado por el activista austriaco Martin Sellner, autor del libro Remigration: Ein Vorschlag. Según esta teoría, la solución a la crisis migratoria europea consistiría en organizar…
L’articolo de Il Manifesto (consultabile qui: https://ilmanifesto.it/cpr-in-toscana-sara-ad-aulla-e-scontro-politico) si inserisce in un copione ormai noto: ogni ipotesi di apertura di un Centro di permanenza per i rimpatri genera uno scontro politico e territoriale che finisce per oscurare la questione centrale. Si discute del luogo, si polarizza il dibattito tra favorevoli e contrari, ma si evita sistematicamente…
Nella giornata odierna si è svolto a Bologna, presso la Sala Consiliare “Rosario Angelo Livatino” del Quartiere Borgo Panigale – Reno, il corso di formazione giuridica dedicato al tema della protezione complementare nella giurisprudenza di merito. L’evento, accreditato ai fini della formazione continua forense, ha rappresentato un momento di approfondimento tecnico su una materia oggi…
Depuis plusieurs mois, une orientation politique de plus en plus nette se dessine au sein de l’Union européenne : externaliser la gestion des migrations irrégulières à travers la création de return hubs dans des pays tiers. Une coalition composée de l’Allemagne, des Pays-Bas, de l’Autriche, du Danemark et de la Grèce pousse activement dans cette direction, en envisageant des accords avec des États tels que le Rwanda, l’Ouganda ou la Tunisie. L’expérience italienne en Albanie a démontré que ce qui relevait hier du débat politique est désormais en train de devenir une réalité opérationnelle.
Pour un public français, ce débat s’inscrit dans une tension bien connue entre contrôle des flux migratoires, respect des droits fondamentaux et efficacité administrative. Mais le problème européen, tel qu’il se présente aujourd’hui, est plus profond : il ne concerne pas seulement la localisation des procédures, mais l’absence d’un cadre juridique structuré permettant d’évaluer l’intégration dans le temps.
C’est là le véritable point critique.
Les return hubs sont, par nature, des instruments réactifs. Ils interviennent lorsque la situation est déjà dégradée, lorsque la personne est devenue irrégulière ou ne remplit plus les conditions de séjour. Autrement dit, ils gèrent l’échec. Ils ne permettent pas d’éviter cet échec.
Cette approche révèle trois limites majeures.
La première est une limite structurelle. En l’absence de mécanisme préalable d’évaluation, le système traite de la même manière des situations profondément différentes. Il n’opère aucune distinction effective entre les parcours d’intégration réussis et ceux qui ne le sont pas.
La deuxième est une limite économique et politique. Les return hubs impliquent des coûts considérables et une dépendance à l’égard d’accords internationaux fragiles. Chaque partenariat avec un pays tiers suppose des concessions diplomatiques et financières qui, à long terme, peuvent s’avérer difficiles à soutenir.
La troisième, et sans doute la plus sensible dans le contexte français, est une limite juridique. De nombreuses organisations ont alerté sur le risque de voir émerger des zones de non-droit, des « trous noirs juridiques » dans lesquels les garanties procédurales seraient affaiblies. À la lumière de la Convention européenne des droits de l’homme, notamment de ses articles 3 et 8, cette perspective soulève des interrogations sérieuses.
Le problème n’est donc pas tant l’existence des return hubs que leur isolement dans l’architecture juridique actuelle.
Ils répondent à la question du « comment éloigner », mais pas à celle du « comment prévenir ».
C’est précisément sur ce point que l’expérience italienne mérite une attention particulière.
L’Italie dispose déjà d’un instrument juridique qui introduit une logique différente : le contrat d’intégration, prévu par le décret du Président de la République du 14 septembre 2011, numéro 179. Ce mécanisme repose sur une idée simple mais structurante : le droit au séjour ne doit pas être une donnée figée, mais le résultat d’un processus évolutif, fondé sur des critères vérifiables dans le temps.
Ces critères sont connus : insertion professionnelle, maîtrise de la langue, respect des règles de l’ordre juridique. Il ne s’agit pas de notions abstraites, mais d’éléments concrets, objectivement appréciables.
Dans cette perspective, le séjour devient conditionnel à un parcours d’intégration réel et continu.
Si un tel mécanisme était intégré à l’échelle européenne, il permettrait de transformer profondément la logique actuelle. Les return hubs ne seraient plus des instruments d’urgence intervenant à la fin du parcours, mais l’aboutissement d’une évaluation préalable, transparente et documentée.
Une telle approche permettrait également de répondre aux critiques formulées par les ONG. En introduisant des critères clairs et vérifiables, le système gagnerait en prévisibilité, en transparence et en sécurité juridique, réduisant ainsi le risque d’arbitraire.
Le débat français sur l’immigration a souvent oscillé entre deux pôles : fermeté et protection. Mais il a rarement intégré une troisième dimension essentielle : celle de la vérification effective de l’intégration dans le temps.
Or, c’est précisément cette dimension qui manque aujourd’hui au modèle européen.
Sans elle, les return hubs risquent de devenir des instruments coûteux, contestés et juridiquement fragiles.
Avec elle, ils peuvent s’inscrire dans une stratégie cohérente, fondée non pas uniquement sur l’éloignement, mais sur une distinction claire entre ceux qui s’intègrent et ceux qui ne s’intègrent pas.
La véritable question n’est donc pas de savoir où placer les migrants hors de l’Europe.
La véritable question est de savoir comment définir, juridiquement, les conditions de leur présence sur le territoire.
C’est dans cette perspective que le contrat d’intégration italien peut — et doit — être considéré comme un point de référence dans le débat européen.
A recent draft opinion adopted by the European Parliament’s Committee on Civil Liberties, Justice and Home Affairs (LIBE), in the context of the upcoming 2028–2034 EU budget framework, marks a significant shift in the balance of power between the European Union and its Member States. While formally addressing financial governance, the document carries broader constitutional…
L’insieme di emendamenti presentati in sede di Commissione LIBE del Parlamento europeo sulla proposta di regolamento “Global Europe” rappresenta, al di là della sua natura formalmente interlocutoria, uno dei passaggi più significativi nella ridefinizione della politica migratoria dell’Unione. Non si tratta di un testo normativo definitivo, ma di un campo di battaglia politico e giuridico…
In den letzten Jahren konzentrierte sich die europäische Debatte über Migration vor allem auf zwei Fragen: die Kontrolle der Migrationsströme und den Zugang von Migranten zum Arbeitsmarkt. Ein weiterer Aspekt, der jedoch zunehmend an Bedeutung gewinnt, betrifft die Folgen einer fehlgeschlagenen Integration, insbesondere im Hinblick auf öffentliche Sicherheit und langfristige Kosten für den Staat. Italien…
À la suite des dernières élections européennes, le débat sur l’immigration en Europe a franchi un seuil qualitatif. Il ne s’agit plus seulement d’un affrontement politique entre positions plus ou moins restrictives, mais d’une opposition entre deux logiques profondément différentes : d’un côté, la remigration, de l’autre, ce que l’on peut définir comme la Réimmigration.
Pour un public français, cette distinction est particulièrement pertinente, car le concept de remigration s’est largement diffusé dans le débat national, notamment en lien avec la théorie du Grand Remplacement. Cette théorie postule qu’un processus de substitution démographique serait en cours en Europe, sous l’effet des flux migratoires, et qu’il conviendrait d’y répondre par un retour massif – volontaire ou contraint – des populations étrangères vers leurs pays d’origine.
C’est sur cette base que s’est structurée l’idée contemporaine de remigration. Elle ne se limite pas à la gestion de l’immigration irrégulière, mais s’étend, dans certaines formulations, à des étrangers en situation régulière, voire à des personnes durablement installées. Le raisonnement sous-jacent est global et collectif : il ne repose pas sur la situation juridique individuelle, mais sur une lecture d’ensemble de la société et de son évolution démographique.
C’est précisément là que se situe le point de rupture avec le droit européen.
Le système juridique européen, tel qu’il résulte notamment de la Convention européenne des droits de l’homme, repose sur une logique inverse : celle de l’individualisation des décisions. L’article 8 CEDH, relatif au respect de la vie privée et familiale, impose un examen concret, au cas par cas, de la situation de chaque personne. Toute mesure d’éloignement doit être proportionnée, motivée et fondée sur des éléments individuels précis.
Dans ce cadre, une politique de remigration généralisée, fondée sur des catégories abstraites ou des considérations collectives, se heurterait inévitablement à des obstacles juridiques majeurs. Elle apparaît, en définitive, comme une construction politiquement puissante mais juridiquement difficilement opératoire dans l’état actuel du droit.
C’est dans cet espace que s’inscrit le modèle de la Réimmigration.
La Réimmigration ne part pas d’une logique identitaire, mais d’une logique juridique. Elle ne s’intéresse pas à l’origine des personnes, mais à leur comportement et à leur degré d’intégration. Elle s’appuie sur des instruments existants, notamment en droit italien, tels que la protection complémentaire issue de l’article 19 du texte unique sur l’immigration, interprétée à la lumière de l’article 8 CEDH.
Dans cette perspective, le droit au séjour n’est ni automatique ni définitif. Il est conditionné par un processus d’intégration vérifiable, fondé sur des critères objectifs : l’activité professionnelle, la maîtrise de la langue, le respect des règles juridiques et sociales. À l’inverse, l’absence ou la perte de ces éléments peut justifier, dans un cadre juridiquement encadré, la fin du droit au séjour.
La différence est essentielle. Là où la remigration raisonne en termes de groupes et de dynamiques collectives, la Réimmigration raisonne en termes de situations individuelles et de rapports juridiques. Elle s’inscrit ainsi pleinement dans le cadre de l’État de droit européen, en respectant les principes de proportionnalité, de non-discrimination et d’examen individualisé.
Les évolutions politiques récentes en France, mais aussi en Allemagne et au Royaume-Uni, montrent que la question migratoire est devenue structurelle. Elle ne peut plus être traitée uniquement comme une urgence ou un enjeu électoral ponctuel. Toutefois, le risque est de voir émerger des réponses politiques rapides qui ne trouvent pas de traduction juridique viable.
La remigration incarne cette tentation : une réponse directe, lisible, mais juridiquement incertaine. La Réimmigration propose, au contraire, une approche plus structurée, fondée sur le droit existant et capable de concilier exigence de contrôle et respect des droits fondamentaux.
La véritable question n’est pas de savoir s’il faut permettre ou non le maintien des étrangers sur le territoire. La question est de déterminer selon quels critères juridiques cette présence est légitime, et comment ces critères peuvent être appliqués de manière cohérente et contrôlable.
Dans cette perspective, l’Europe se trouve aujourd’hui à un carrefour. La remigration reste une notion politique en quête de fondement juridique. La Réimmigration, quant à elle, se présente comme une tentative de construire ce fondement à partir des outils déjà disponibles dans l’ordre juridique européen.
The French debate on immigration, particularly in the post-2026 context, offers a useful lens through which to understand broader European dynamics that are increasingly relevant to the United Kingdom. What is emerging in France is not simply a political controversy, but the manifestation of a structural failure: a model of multiculturalism that assumed integration without…
En los últimos meses, dentro de la Unión Europea se ha consolidado una línea política cada vez más clara: externalizar la gestión de la migración irregular mediante la creación de return hubs en países terceros. Una coalición formada por Alemania, Países Bajos, Austria, Dinamarca y Grecia está impulsando activamente esta estrategia, explorando acuerdos con Estados…
Tras las recientes elecciones al Parlamento Europeo, el debate sobre la inmigración ha entrado en una nueva fase en Europa. No se trata únicamente de una confrontación política entre posiciones más o menos restrictivas, sino de un verdadero conflicto entre dos modelos conceptuales y jurídicos: por un lado, la remigración; por otro, lo que aquí…
Der sogenannte „Albania Case“ macht eine strukturelle Schwäche des europäischen Rückführungssystems besonders deutlich. Politische Maßnahmen werden weiterhin in einer Logik der Abschreckung konzipiert, während das Unionsrecht – und insbesondere seine gerichtliche Auslegung – eine konsequente individuelle Prüfung jedes Einzelfalls verlangt.
Die im Februar 2026 eingeführten Änderungen zur Einstufung sogenannter „sicherer Herkunftsstaaten“ verfolgen formal das Ziel, Verfahren zu beschleunigen und Rückführungen zu erleichtern. Im deutschen Rechtskontext – etwa im Zusammenspiel von Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und der verwaltungsgerichtlichen Kontrolle – ist jedoch klar: Die Einstufung eines Staates als „sicher“ entbindet die Behörden nicht von der Pflicht, eine konkrete und individuelle Prüfung vorzunehmen. Genau an diesem Punkt zeigt sich die Schwäche des Modells der in Albanien errichteten Zentren.
Dass diese Zentren faktisch leer bleiben oder nur eingeschränkt genutzt werden, ist kein organisatorisches Problem, sondern eine Folge rechtlicher Grenzen. Der Gerichtshof der Europäischen Union hat wiederholt betont, dass Maßnahmen, die auf Freiheitsentzug oder Rückführung abzielen, auf einer individuellen, aktuellen und nicht schematischen Bewertung beruhen müssen. Pauschale Annahmen oder kategorische Zuordnungen genügen nicht.
Vor diesem Hintergrund erweist sich das albanische Modell als strukturell fragil. Es wurde darauf ausgerichtet, Verfahren zu beschleunigen und eine abschreckende Wirkung zu entfalten. Abschreckung ist jedoch kein tragfähiger rechtlicher Maßstab. Weder das Unionsrecht noch das deutsche Verfassungs- und Verwaltungsrecht erlauben Maßnahmen, die allein auf generalpräventiven Erwägungen beruhen, ohne eine hinreichende individuelle Rechtfertigung.
Hier liegt das zentrale Problem. Der Fokus liegt auf der Effizienz der Vollstreckung, während der vorgelagerte Entscheidungsschritt – die rechtliche Differenzierung zwischen integrierten und nicht integrierten Personen – nicht ausreichend strukturiert ist. Die Folge sind gerichtliche Aussetzungen, eine Zunahme von Verfahren und letztlich eine eingeschränkte Durchsetzbarkeit von Rückführungen.
Der Ansatz „Integration oder ReImmigration“ setzt genau an diesem Punkt an. Er führt ein klares rechtliches Kriterium ein, das der Entscheidung vorgelagert ist. Integration wird nicht als politischer oder sozialer Begriff verstanden, sondern als objektivierbares Prüfungsmaß: Erwerbstätigkeit, Sprachkenntnisse und Beachtung der Rechtsordnung. Diese Faktoren ermöglichen eine nachvollziehbare und überprüfbare Einzelfallbewertung.
Überträgt man diesen Ansatz auf die albanischen Zentren, ergibt sich eine andere Funktion. Sie wären nicht länger Orte der bloßen Verfahrensbeschleunigung, sondern Einrichtungen zur schnellen und strukturierten Integrationsprüfung. Innerhalb kurzer Zeit ließe sich feststellen, ob eine Person über ein tatsächliches Maß an Integration verfügt – was eine Rückführung rechtlich erschweren kann – oder ob eine solche Integration nicht vorliegt, sodass eine Rückführung rechtssicher durchgeführt werden kann.
Ein solcher Ansatz steht im Einklang mit dem Unionsrecht und den Grundprinzipien des deutschen Rechts, insbesondere dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz und dem Gebot effektiven Rechtsschutzes. Gleichzeitig würde er die Effizienz erhöhen, da sich die staatlichen Maßnahmen auf Fälle konzentrieren könnten, in denen eine Rückführung rechtlich tragfähig ist.
Die zentrale Erkenntnis ist eindeutig. Eine Rückführungspolitik kann nicht allein auf Abschreckung gestützt werden. Abschreckung ist ein politisches Ziel, aber kein rechtlicher Maßstab. Ohne ein klares, strukturiertes und individuell anwendbares Kriterium – wie die Integration – bleibt jede Rückführungspolitik anfällig für rechtliche Blockaden und praktische Ineffektivität.
Der Albania Case zeigt dies in aller Deutlichkeit. Es handelt sich nicht nur um das Scheitern eines konkreten Instruments, sondern um die Offenlegung eines konzeptionellen Defizits. Ohne Integrationsprüfung kann es keine wirksame und rechtssichere Rückführungspolitik geben.
The “Albania Case” highlights a structural contradiction that is increasingly relevant also in the United Kingdom: governments continue to design migration control tools around deterrence, while the legal framework—both domestic and supranational—requires a rigorous, individualised assessment of each case. Recent European amendments on “safe countries of origin” (February 2026) aim to accelerate procedures and facilitate…
Ces dernières années, le terme remigration est entré avec force dans le débat européen sur l’immigration. La notion est généralement associée à l’activiste autrichien Martin Sellner, figure centrale du mouvement identitaire européen et ancien dirigeant de la Identitäre Bewegung Österreich. Sellner a développé cette idée dans plusieurs interventions publiques et notamment dans l’ouvrage Remigration: A…
È previsto per domani, venerdì 17 aprile 2026, a Bologna, un corso di formazione giuridica accreditato ai fini della formazione continua forense, interamente dedicato al tema della protezione complementare, con particolare attenzione alla sua evoluzione nell’ambito della giurisprudenza di merito. L’incontro si svolgerà presso la Sala Consiliare “Rosario Angelo Livatino”, nel Quartiere Borgo Panigale –…
Le « Albania Case » constitue aujourd’hui un révélateur particulièrement clair d’une contradiction structurelle du système européen des éloignements. Les instruments opérationnels continuent d’être conçus dans une logique de dissuasion, tandis que le droit de l’Union et son interprétation juridictionnelle imposent une exigence constante d’évaluation individuelle des situations.
Les amendements adoptés en février 2026 relatifs à la notion de « pays d’origine sûrs » s’inscrivent, en apparence, dans une volonté d’accélérer les procédures et de faciliter les retours. Toutefois, dans la tradition juridique française comme dans l’ordre juridique de l’Union, la qualification d’un pays comme « sûr » ne dispense jamais l’administration d’un examen concret et individualisé de la situation du demandeur. Ce principe, qui est au cœur du droit d’asile tel qu’il est appliqué notamment par l’OFPRA et contrôlé par la CNDA, constitue précisément le point de tension du modèle des centres en Albanie.
Le relatif vidage de ces centres ne relève pas d’un problème organisationnel, mais d’une limite juridique. La Cour de justice de l’Union européenne a consolidé une orientation constante : toute mesure conduisant à une privation de liberté ou à un éloignement doit reposer sur une appréciation individuelle, réelle et actuelle. Les mécanismes fondés sur des présomptions ou des catégories abstraites ne peuvent suffire.
Dans ce contexte, les centres externalisés en Albanie apparaissent structurellement fragiles. Conçus pour accélérer les procédures et produire un effet dissuasif, ils se heurtent à une exigence fondamentale : la dissuasion n’est pas un fondement juridique. Le droit de l’Union, comme le droit français, n’interdit pas l’éloignement, mais il encadre strictement ses conditions de mise en œuvre, au nom notamment du respect des droits fondamentaux et du principe de proportionnalité.
C’est ici que réside la limite essentielle du modèle actuel. On cherche à renforcer l’efficacité de l’éloignement sans structurer juridiquement le moment préalable de la décision, c’est-à-dire sans définir un critère clair permettant de distinguer les situations. En pratique, cela conduit à une multiplication des contentieux, à des suspensions et à une difficulté persistante à exécuter les mesures d’éloignement.
Le paradigme « Intégration ou Réimmigration » permet de dépasser cette contradiction en introduisant un critère juridique structurant. L’intégration n’est plus envisagée comme une notion abstraite, mais comme un ensemble d’éléments objectivables : insertion professionnelle, maîtrise linguistique, respect des règles. Elle devient ainsi un véritable critère d’évaluation permettant de fonder la décision administrative.
Dans une telle logique, les centres en Albanie pourraient être repensés. Ils ne seraient plus des lieux de simple traitement accéléré, mais des espaces d’évaluation rapide de l’intégration. En un temps limité, sur la base d’éléments concrets et vérifiables, il serait possible de distinguer entre les personnes présentant un ancrage réel – rendant l’éloignement juridiquement discutable – et celles qui n’en présentent pas, pour lesquelles l’éloignement pourrait être exécuté dans des conditions juridiquement sécurisées.
Cette approche est conforme aux exigences du droit de l’Union et aux principes du droit français. Elle permet de respecter l’exigence d’individualisation tout en renforçant l’efficacité des décisions. Elle réduit également le contentieux, en fondant les décisions sur des critères objectifs plutôt que sur des présomptions.
En définitive, une politique des éloignements ne peut fonctionner sans un critère juridique de sélection. La dissuasion, à elle seule, ne constitue pas un tel critère. Sans une évaluation structurée de l’intégration, toute politique d’éloignement est vouée à se heurter aux limites du droit et à produire des effets limités.
Le cas de l’Albanie en apporte une démonstration particulièrement nette. Il ne s’agit pas simplement de l’échec d’un dispositif opérationnel, mais de la manifestation d’une insuffisance conceptuelle. Sans vérification de l’intégration, il ne peut exister de politique des éloignements à la fois efficace et conforme au droit.
L’articolo di Affaritaliani (consultabile qui: https://www.affaritaliani.it/milano/cgil-manifestazione-remigration-a-milano-contro-i-valori-della-costituzione.html) riporta la presa di posizione della CGIL contro una manifestazione riconducibile al concetto di “remigration”, qualificata come contraria ai valori costituzionali. La posizione è chiara, ma il quadro merita una lettura più rigorosa. Il punto centrale è comprendere cosa si intenda per “remigration” e, soprattutto, evitare di estendere tale…
L’articolo de Il Foglio (consultabile qui: https://www.ilfoglio.it/gran-milano/2026/04/16/news/tra-remigration-e-tel-aviv-un-doppio-estremismo-schiaccia-la-politica–276615) propone una lettura che accomuna fenomeni tra loro profondamente diversi, inserendoli nella categoria del cosiddetto “doppio estremismo”. È una chiave interpretativa suggestiva, ma giuridicamente fragile. Il primo errore, evidente, è la sovrapposizione tra “remigration” e ogni forma di politica migratoria che introduca criteri selettivi o meccanismi di allontanamento.…
L’articolo pubblicato su Eunews (consultabile qui: https://www.eunews.it/2026/04/16/brunner-dal-medio-oriente-sfide-significative-anche-per-limmigrazione/) riporta le dichiarazioni del Commissario europeo agli affari interni, che evidenzia come le tensioni geopolitiche in Medio Oriente siano destinate a produrre effetti diretti anche sui flussi migratori verso l’Europa. Si tratta di un’affermazione corretta, ma al tempo stesso incompleta. Il presupposto da cui muove l’analisi europea resta…
In den letzten Jahren ist der Begriff Remigration immer stärker in die politische Debatte Europas eingetreten. Besonders im deutschsprachigen Raum hat der Begriff eine große Aufmerksamkeit erlangt. Der österreichische Aktivist Martin Sellner hat ihn in seinem Buch Remigration: Ein Vorschlag zu einem zentralen politischen Konzept gemacht. In dieser Theorie wird vorgeschlagen, dass die Lösung der europäischen Migrationskrise in einer groß angelegten Rückführung von Migranten in ihre Herkunftsländer bestehen könnte. Diese Idee wird teilweise nicht nur auf irreguläre Migranten oder Straftäter bezogen, sondern auch auf Personen, die als kulturell oder gesellschaftlich nicht ausreichend integriert gelten.
Für viele Beobachter wirkt diese Debatte wie eine neue politische Entwicklung. Tatsächlich ist sie jedoch vor allem ein Symptom eines tieferen Problems innerhalb der europäischen Migrationspolitik. Die zunehmende Diskussion über Remigration ist nicht die Ursache der Krise, sondern vielmehr eine Reaktion auf strukturelle Schwächen, die sich in Europa über mehrere Jahrzehnte aufgebaut haben.
Die europäischen Staaten haben in den vergangenen Jahrzehnten sehr komplexe rechtliche Systeme geschaffen, um Migration zu regulieren. Dazu gehören Asylverfahren, Aufenthaltstitel, Familiennachzug und zahlreiche administrative Verfahren zur Steuerung von Einwanderung. Dennoch hat sich die politische Aufmerksamkeit häufig auf die Frage des Zugangs und des rechtlichen Status konzentriert, während ein anderer entscheidender Aspekt weniger klar definiert wurde: die tatsächliche Integration von Migranten in die Gesellschaft.
In mehreren europäischen Ländern hat sich deshalb eine Situation entwickelt, in der ein Teil der Migranten über viele Jahre im Land lebt, ohne vollständig in den Arbeitsmarkt, das Bildungssystem oder das gesellschaftliche Leben integriert zu sein. Wenn Integrationspolitik unklar bleibt oder nur teilweise funktioniert, entsteht in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend der Eindruck, Migration sei ein Prozess, der sich der politischen Steuerung entzieht.
Genau in diesem politischen und gesellschaftlichen Umfeld entstehen radikalere Vorschläge. Die Theorie der Remigration basiert auf der Annahme, dass Integrationspolitik gescheitert sei und dass deshalb eine grundlegende Korrektur der bisherigen Entwicklung notwendig werde. Sie versucht somit, ein Problem zu lösen, das sich bereits über lange Zeit aufgebaut hat.
Gleichzeitig wirft ein solcher Ansatz erhebliche rechtliche, soziale und politische Fragen auf. Viele Migranten leben seit Jahren oder Jahrzehnten in europäischen Ländern, arbeiten dort, zahlen Steuern und haben Familien gegründet. Kinder sind häufig bereits in Europa geboren oder aufgewachsen. Die Vorstellung, die komplexen Folgen jahrzehntelanger Migration durch großflächige Rückführungen zu lösen, steht daher vor erheblichen praktischen und rechtlichen Herausforderungen.
Die Debatte über Remigration zeigt daher ein grundlegendes Problem: Europa hat nie eindeutig definiert, was Integration konkret bedeuten soll und welche Rolle sie in der Migrationspolitik spielen muss. Integration wurde oft als allgemeines Ziel formuliert, aber selten als klar überprüfbarer Bestandteil der Migrationspolitik ausgestaltet.
Genau an diesem Punkt setzt das Paradigma „Integrazione o ReImmigrazione“ an.
Der Begriff ReImmigrazione ist kein deutsches oder englisches Wort, sondern ein italienisches Konzept, das einen anderen Ansatz zur Steuerung von Migration beschreibt. Im Mittelpunkt steht die Idee, dass das Recht, dauerhaft in einem Land zu bleiben, von einem realen Integrationsprozess abhängig sein muss.
Integration darf dabei nicht nur ein politisches Schlagwort sein. Sie muss sich in konkreten Elementen zeigen: in der Teilnahme am Arbeitsleben, im Erlernen der Sprache des Aufnahmelandes und im Respekt gegenüber den grundlegenden Regeln der Gesellschaft. Wenn diese Integration tatsächlich stattfindet, wird Migration zu einem stabilen Bestandteil der gesellschaftlichen Entwicklung.
Wenn dieser Prozess jedoch dauerhaft ausbleibt, kann eine Migrationspolitik nicht einfach akzeptieren, dass sich langfristige soziale Parallelstrukturen oder Marginalisierung verfestigen.
Der Ansatz der ReImmigrazione versteht sich daher nicht als ideologische Massenabschiebung oder als Versuch, Gesellschaften demografisch neu zu gestalten. Vielmehr beschreibt er einen Mechanismus innerhalb einer geordneten Migrationspolitik, der dort relevant wird, wo Integration nicht gelingt.
Der entscheidende Unterschied zur Theorie der Remigration liegt im Zeitpunkt und in der Logik des Ansatzes. Remigration entsteht als politische Reaktion auf eine bereits eingetretene Krise. Das Paradigma „Integrazione o ReImmigrazione“ hingegen versucht, solche Krisen von vornherein zu vermeiden, indem es eine klare Verbindung zwischen Integration und Aufenthaltsrecht herstellt.
Gerade im deutschsprachigen Raum, wo die Debatte über Remigration besonders intensiv geführt wird, zeigt sich daher eine zentrale politische Frage: Wie kann Migration langfristig so gesteuert werden, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt erhalten bleibt?
Die europäische Erfahrung der letzten Jahrzehnte zeigt, dass Migration weder allein durch Grenzkontrollen noch allein durch humanitäre Prinzipien gesteuert werden kann. Entscheidend ist vielmehr, ob Integration als ein klarer Bestandteil der Migrationspolitik definiert wird.
Das Paradigma „Integrazione o ReImmigrazione“ versucht genau dies zu leisten. Es schlägt vor, Integration nicht als abstrakte Erwartung zu behandeln, sondern als reale Bedingung für eine stabile und langfristige gesellschaftliche Entwicklung.
Die wachsende Debatte über Remigration zeigt daher vor allem eines: Europa steht vor der Herausforderung, seine Migrationspolitik neu zu definieren. Eine nachhaltige Lösung kann nur entstehen, wenn Integration nicht dem Zufall überlassen wird, sondern zu einem zentralen Element der politischen Steuerung von Migration wird.
Avv. Fabio Loscerbo Rechtsanwalt – Lobbyist im Transparenzregister der Europäischen Union ID: 280782895721-36