Stellt Europa die falsche Frage zur Migration?

Eine Einladung, die YouTube-Live-Diskussion „Integration or ReImmigration? The Future of Italy and Europe“ anzusehen.

Migration gehört zu den zentralen politischen Herausforderungen Europas. Kaum ein anderes Thema bestimmt öffentliche Debatten so stark wie Grenzkontrollen, Asylverfahren, Abschiebungen oder der Arbeitskräftemangel.

Doch trotz immer neuer Gesetze scheint das eigentliche Problem ungelöst zu bleiben.

Vielleicht liegt das daran, dass Europa seit Jahren die falsche Frage stellt.

Die politische Diskussion konzentriert sich fast ausschließlich darauf, wer einreisen darf und wer das Land verlassen muss. Viel zu selten wird hingegen gefragt, was nach der Einreise geschieht.

Wie lässt sich Integration tatsächlich messen?

Genau diese Frage steht im Mittelpunkt meiner YouTube-Live-Diskussion „Integration or ReImmigration? The Future of Italy and Europe“.

Obwohl die Veranstaltung in Italien stattfand, richtet sich ihre Botschaft an ganz Europa – und insbesondere auch an Deutschland, wo der Begriff „Remigration“ inzwischen zu einem festen Bestandteil der politischen Debatte geworden ist.

Als Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Migrationsrecht habe ich viele Jahre erlebt, wie Einreise, Aufenthalt, Asyl und Staatsangehörigkeit rechtlich geregelt werden.

Dabei ist mir eine grundlegende Schwäche unseres Systems aufgefallen.

Wir verfügen über immer detailliertere Vorschriften für die Einreise.

Wir verfügen über umfangreiche Verfahren für Aufenthaltstitel und Asyl.

Doch wir besitzen kaum Instrumente, um festzustellen, ob Integration tatsächlich gelungen ist.

Genau aus dieser Überlegung heraus habe ich das Paradigma „Integration oder ReImmigration“ entwickelt.

Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass mein Ansatz nicht mit Rückführung beginnt, sondern mit Integration.

Jeder Mensch, der rechtmäßig in ein Land einreist, sollte die reale Möglichkeit erhalten, Teil der nationalen Gemeinschaft zu werden.

Sprache, Respekt vor der Verfassung, Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, wirtschaftliche Eigenständigkeit und die Achtung der Rechtsordnung dürfen keine Nebenaspekte sein. Sie müssen zum eigentlichen Fundament einer langfristigen Aufenthaltspolitik werden.

Erst wenn dieser Integrationsprozess ernsthaft ermöglicht wurde, stellt sich die nächste Frage:

War die Integration erfolgreich?

Ist dies der Fall, wird der dauerhafte Aufenthalt legitimiert und gestärkt.

Scheitert die Integration trotz aller Möglichkeiten dauerhaft, kann die ReImmigration die rechtliche Folge eines individuell geprüften Verfahrens sein.

Gerade hierin unterscheidet sich mein Ansatz grundlegend von den politischen Vorstellungen einer pauschalen „Remigration“.

Es geht nicht um kollektive Maßnahmen.

Es geht nicht um ethnische oder nationale Kriterien.

Es geht um die individuelle Verantwortung jedes Einzelnen und um die Fähigkeit eines demokratischen Rechtsstaates, Integration objektiv zu fördern und zu bewerten.

Ich bin überzeugt, dass Deutschland heute wie kaum ein anderes europäisches Land vor genau dieser Herausforderung steht.

Die eigentliche Zukunftsfrage lautet nicht mehr ausschließlich:

„Wer darf kommen?“

Sondern vielmehr:

„Wie schaffen wir eine Integration, die messbar, überprüfbar und dauerhaft erfolgreich ist?“

Genau diese Fragen diskutiere ich ausführlich in meiner YouTube-Live-Diskussion.

Ich lade Juristen, Wissenschaftler, Politiker, Journalisten und alle am europäischen Migrationsrecht Interessierten herzlich ein, die vollständige Live-Diskussion auf YouTube anzusehen.

Auch wenn die Veranstaltung auf Italienisch geführt wurde, betreffen ihre Inhalte die Zukunft der gesamten Europäischen Union.

Vielleicht sollte Europa endlich aufhören, ausschließlich über Migration zu diskutieren.

Vielleicht ist es an der Zeit, endlich über Integration zu sprechen.


Sehen Sie sich die vollständige YouTube-Live-Diskussion an:
„Integration or ReImmigration? The Future of Italy and Europe“


Fabio Loscerbo
Rechtsanwalt – Fachanwalt für Migrationsrecht
Eingetragener Lobbyist im Transparenzregister der Europäischen Union (Nr. 280782895721-36) für Migration und Asyl
ORCID: https://orcid.org/0009-0004-7030-0428

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